Cuba Spenden
Anlässlich des Atlantiktörns auf der Ultima flog ich im April 2011 zunächst nach Santiago de Cuba, um dort zu schauen, wie es meinen beiden cubanischen Familien mit ihren heranwachsenden Kindern geht. Ich konnte, zur großen Freude von Familie Pedro und Familie Milagros, einige Geschenke und Spendengeld übergeben. Pedros Familie mit Frau Rosa, Roxana, Claritta und Lazaro geht es gut, denn Papa Pedro, ein umtriebiger, fleißiger Vater, ist ein Meister in der Versorgung seiner Familie, wenn auch oft auf undurchsichtigen Wegen. Mutter Rosa kocht und wäscht Wäsche für Segeltouristen, die mit ihrem Schiff in der nahe liegenden Marina liegen. Lazaro, der seine Schule beendet hat, studiert zu meinem Leidwesen nicht. Er fährt lieber Taxi. Will schnell an das nötige Geld kommen, um eine kleine Casa für sich und seine Freundin zu bauen. Dafür braucht er unsere Unterstützung, denn von Papa, so sagt er, bekommt er nichts, auch nicht von unseren überwiesenen Spendengeldern.

Familie Deliz Danger mit Mutter Milagros, Sohn Francisco (18) und Freund leben ja in dem Haus, das von unserem Geld gekauft wurde und fühlen sich dort sehr wohl. Sie müssen nicht mehr bei “Muttern” mit all den anderen “hausen”, sind eigenständig, wichtig für die erfreuliche Entwicklung von Franki. Er ist ein gescheiter, fleißiger, quirliger Bursche, der unbedingt sein Abitur machen will, um danach Zahnmedizin (augenblicklicher Stand) zu studieren. Dazu habe ich ihm auch geraten, denn Cuba sendet gerne Ärzte ins befreundete Ausland. Und die Chance soll auch er haben.
Das Haus ist in einem nach unseren Maßstäben desolaten Zustand, es muss total renoviert werden. Wir haben einen 10 Punkte Plan diskutiert, der von der Erneuerung des Bades bis zum Anstrich der Hausfront geht. Dazu sind folgende Dinge erforderlich:
1. Die Genehmigung der lokalen Behörde zur Renovierung (ja, auch für simple        
   Innenarbeiten)
2. Das für die Materialien und Handwerker nötige Geld, welches nur von uns kommen
    kann. Ich schätze den Gesamtbedarf auf  2000-3000 € in den nächsten 2-3 Jahren.
3. Das Material, welches in Cuba, nicht so wie bei uns, sehr schwer, teilweise nur als
    “Bückware”, wie es in der DDR genannt wurde, oder auf dem schwarzen Markt zu
   beschaffen ist.

Es soll mit dem Bad begonnen werden. danach kommt das Dach dran, usw.
Wenn möglich, möchte ich auch in 2011 für ein paar Tage vor Ort sein, um diese Arbeiten mit vorantreiben zu helfen. Vielleicht lässt sich das wieder mit einem Segeltörn verbinden. Es lohnt sich zu helfen, wenn es auch äußerst schwierig und langwierig ist.
Die Zustände in Cuba sind unverändert. Milagros verdient als Chefsekretärin im zuständigen Hygiene Institut für Seuchenbekämpfung ca. 40 €/Monat. Sie braucht aber ca.70 €/Monat, da auch in Cuba die Kosten und Ansprüche steigen. Da bleibt nichts für Investitionen. Zudem möchte die Jugend auch an den vermeintlichen Segnungen des “Goldenen Westen”  teilhaben. Es gibt jetzt z.B. die Möglichkeit mobil zu telefonieren. Nur wer soll die Handies und die Telefonkosten bezahlen? (Ich vermute, die Regierung möchte sich damit den Ausbau des desolaten Festnetzes ersparen.). In den letzten Wochen gab Fidel Castro ein Interview, in dem er kritisch bemerkte, die derzeitige Regierungsform sei wohl doch nicht mehr so ganz zeitgemäß. Wenige Tage später war zu lesen, das Cuba Raum für ca. 600 ausländische Firmen zulasse. Das könnte, falls die Bedingungen es erlauben, ein positiver Entwicklungsschritt sein.


Anfang 2013. Franky hat sein Abitur gemacht, nur kann er nichts damit anfangen, da er kein Kubaner ist. Vor mehr als 17 Jahren musste die Mutter mit ihm aus Bulgarien fliehen, da Ausländer nach der Wende dort nicht mehr erwünscht waren. Unglücklicherweise hat sie keine Geburtsurkunde mitgenommen. Ohne diese kann Franky keinen Militärdienst leisten, der Vorraussetzung für ein Studium ist. Eine verdammt schwierige Situation.


Wie auch immer, spendet eifrig, das Geld kommt den Leuten direkt und ohne Abzüge zu. Ich werde die Beträge bei Bedarf aufstocken.

Siehe auch   Spenden für Cuba und Südafrika